Diesen Gastbeitrag hat mir die liebe Annika geschrieben.

 

Ich war schon immer ein unsicheres, schüchternes Kind. Zusätzlich wurde ich in meiner Kindheit schwer traumatisiert. Mit elf Jahren schon begann ich mich selbstzuverletzen.
Im Alter von 15 Jahren hörte ich auf Sport zu machen und nahm dadurch ein paar Kilo zu. Ich erhielt negative Kommentare von Freunden und Familie. Dies belastete mich sehr. Ich startete eine „Diät“ und aß nur noch höchstens 1000kcal. Dies hielt ich zwei Monate durch bis die Esssanfälle starteten. Ich hab mein komplettes Erspartes für Süßigkeiten ausgegeben und aß täglich bis zu 10000kcal. Dementsprechend nahm ich schnell noch mehr zu als ich vor der Diät wog. Es war ein schreckliches Gefühl, ich war täglich von großer Scham und Selbsthass geplagt. Ich bekam in drei Jahren lediglich 5 Kilo wieder runter.

Und dann wurde ich mit 19 stärker anorektisch, rutschte innerhalb von ein paar Monaten ins Untergewicht. Ich hatte in den folgenden Jahren Gewichtsschwankungen von etwa 10kg und bewegte mich im Untergewicht oder unterem Normalgewicht. Dabei missbrauchte ich sehr stark appetitzügelnde Medikamente und war süchtig nach diesen. Ich hatte Herzrhythmusstörungen und deshalb bei jedem Konsum Todesangst, aber der Zwang abzunehmen oder zumindest das Gewicht zu halten war stärker. Etwa einmal die Woche hatte ich einen Essanfall, ansonsten aß ich fast nur Obst, Gemüse und Jogurt.

Vor drei Jahren eskalierte es und ich nahm durch Esssanfälle in 4 Monaten 40 kg zu, ich stopfte den ganzen Tag riesige Mengen in mich hinein ohne jegliche Gegenmaßnahmen. Dieser Ekel vor mir und Selbsthass, machte mich stark suizidal und ich versuchte mehrmals mir das Leben zu nehmen.
Ein Jahr habe ich das Übergewicht ertragen und rutschte dann stärker denn je in die Anorexie, ich verlor in einem guten Jahr 53kg, komplett ohne Sport, da ich aufgrund von Ängsten und Depressionen kaum dass Bett verlassen habe. Die letzten drei Monate aß ich alle zwei Tage 150g Sojajogurt. Also fast nichts. Mein Puls war andauernd unter 40, mein Blutdruck bedrohlich niedrig und letztendlich musste ich zwangsernährt werden (wurde ich ein paar Jahre zuvor auch schon zweimal, aber immer nur für zwei Wochen).

Dieses Mal war es langwieriger, denn die Magensonde verletzte meinen Magen und zusätzlich zu dem eh schon schlechten Zustand lag ich nun auf der Intensivstation und zwei Wochen im Koma. Insgesamt war ich vier Monate im Krankenhaus, musste alles wieder lernen, sprechen, sitzen, dann irgendwann wieder laufen.
Ich war zutiefst erschüttert, was ich meinem Körper angetan habe.
Ich habe nun wieder zugenommen, man sieht nicht mehr auf den ersten Blick, dass ich eine Essstörung habe (außer dass ich so gut wie keine Haare mehr habe).

 

Trotzdem quälen mich täglich Unsicherheit, Selbsthass und noch immer die Folgen der intensivmedizinischen Behandlung, auch psychisch, denn diese Erfahrung hat mich sehr traumatisiert.
Mein Essverhalten ist noch lange nicht gesund und ich werde noch einen langen Weg vor mir haben. Oft habe ich Angst, dass ich nie gesund werde, denn ich leide ja neben der Essstörung noch an einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, einer schweren Depression, sowie Sucht und Selbstverletzung. Die Erkrankungen bedingen sich leider alle gegenseitig, aber ich hoffe, dass ich zumindest nicht mehr in so starke Extreme abrutsche, wie es in den letzten Jahren so oft passiert ist.
Ich gebe nicht auf, denn selbst wenn ich vielleicht mein Leben lang krank bleibe, kann es ja zumindest besser werden.
Passt auf euch auf und sucht euch rechtzeitig Hilfe!🍀

 

Hier einige Fakten über Essstörungen.

Essstörungen..
..sind die psychischen Erkrankungen mit der höchsten Sterberate.
..sind mehr als „nur“ Probleme mit dem Essen.
..erkennt man nicht am Gewicht der Betroffenen.
..entstehen in den allermeisten Fällen nicht durch Serien wie „Germany‘s Next Topmodel“.
..gehen oft mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Zwangsstörung, Traumafolgestörungen oder Borderline einher.
..sind keine reinen „Frauen-Krankheiten“, etwa 25% bis 30% der Betroffenen sind Jungen oder Männer.
..verchronifizieren sich bei etwa 1/4 der Betroffenen.
..treiben min. die Hälfte der Betroffenen früher oder später zu einem Suizidversuch.

Dies sind nur ein paar grobe Fakten zu dem weit gefächerten Begriff „Essstörungen“. Hinter diesen Erkrankungen steckt viel mehr, als Hungern, Fressen oder Erbrechen. Und vor allem ist es kein seltenes Phänomen. Seit Jahren werden in Deutschland über 10.000 Menschen mit Essstörungen in Kliniken behandelt, und das obwohl nur etwa 20% der Betroffenen überhaupt stationäre Hilfe in Anspruch nehmen. Während der Pandemie hat die Anzahl der psychisch Erkrankten noch einmal zugenommen, und damit auch die Zahl der Essgestörten.

Die bekanntesten Formen von Essstörungen sind die Anorexia Nervosa („Magersucht“), Bulimia Nervosa und die Binge-Eating Störung.
Es gibt allerdings noch viele weitere diagnostizierbare Essstörungen und noch deutlich mehr Mischformen.

•Anorexia Nervosa:
– es gibt zwei Typen: Restriktiver Typ (nur Nahrungsverweigerung) oder Purging-Typ (mit selbstinduziertem Erbrechen ohne Essanfälle)
-Betroffene haben große Angst zuzunehmen

-Nahrungsverweigerung, die meistens zu einem sichtbaren Gewichtsverlust führt
-meist Angst vor besonders kalorienreichen Speisen
-oftmals starker Bewegungsdrang (z.B. zwanghaft eine bestimmte Anzahl Schritte am Tag zu erreichen), eventuell sogar große Angst überhaupt zu sitzen und zwanghaftes Stehen/Umherlaufen
-Scham vor anderen essen oder generell für den eigenen Körper
-meist kommt es zu schwerwiegenden körperlichen Folgen: Nährstoffmangel (Haarausfall, trockene Haut, brüchige Fingernägel, bis hin zu Osteoporose), Veränderung des Hormonhaushalts (Aussetzten der Menstruation, Veränderung der Schilddrüse, bei Kindern und Jugendlichen Verzögerung des Wachstums), Probleme mit dem Herzen (deutlicher zu schneller oder zu langsamer Puls, Herzrhythmusstörungen), deutlich zu niedriger Blutdruck und deswegen häufig Ohnmachten, Verlust der Muskulatur, und noch viele weitere.

  • Bulimia Nervosa:
    -Betroffene haben ebenfalls große Angst zuzunehmen
    -Betroffene leiden unter regelmäßigen, schwer kontrollierbaren Essanfällen, in denen sie deutlich mehr zu sich nehmen als vergleichbare Menschen. Sie essen meist deutlich schneller und auch unabhängig vom Hungergefühl.
    -aus Angst vor Gewichtszunahme werden Gegenmaßnahmen getroffen wie Erbrechen, Abführmittelmissbrauch, exzessiver Sport, Hungern/Fasten oder Missbrauch von Appetitzüglern
    -häufig ging der Erkrankung eine Diät oder anorektisches Essverhalten voraus und durch den Nährstoffmangel entstand extremer Heißhunger
    -es können lebensbedrohliche Mängel entstehen, vor allem an Elektrolyten (Kalium, Magnesium etc.) durch das Erbrechen oder Abführmittel. Dies kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder plötzlichem Herzstillstand führen.
    -ebenso können ähnliche Mangelerscheinungen wie bei der Anorexie auftreten.

-das Gewicht der Betroffenen verändert sich nicht zwangsläufig, der Großteil befindet sich im Normalgewicht, aber auch Unter- oder Übergewicht können vorhanden sein.

•Binge-Eating-Störung
-Betroffene leiden unter wiederkehrenden, schwer kontrollierbaren Essanfällen, in denen sie deutlich mehr zu sich nehmen als vergleichbare Menschen. Sie essen meist deutlich schneller und auch unabhängig vom Hungergefühl.
-anders als bei der Bulimie greifen sie nur sehr selten zu Gegenmaßnahmen. Deswegen nehmen sie häufig an Gewicht zu.

-körperliche Folgen können Übergewicht und damit verbundene Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Gefäßverkalkungen, bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt sein. Auch Diabetes oder Probleme mit den Gelenken oder der Beweglichkeit können eine Folge sein.

•Weitere spezifische Essstörungen:

•Orthorexia Nervosa:
– starke Fixierung auf „gesunde“ Lebensmittel
-der Fokus liegt meist nicht auf einem Gewichtsverlust, sondern auf einer zwanghaft gesunden Lebensweise

-der Unterschied zu einer normal gesunden Lebensweise ist die zwanghafte Fixierung darauf (sehr zeitaufwendige genaue Berechnung von Vitaminen, Mineralstoffen etc., streng festgelegte Regeln) und starke Schuldgefühle beim Essen von „ungesunden“ Lebensmittel oder „zu wenig“ Bewegung
-auch diese Essstörung kann zu Mangelerscheinungen und Untergewicht führen.

-bei dieser Diagnose ist noch umstritten, ob sie als Essstörung oder als Zwangsstörung gelten sollte. Diese Einordnung ist für Betroffene jedoch irrelevant, da sie einen Krankheitswert erhalten sollte, sobald ein Leidensdruck bei Betroffenen entsteht.

•ARFID (vermeidend/restriktive Essstörung)
– im Gegensatz zur Anorexie liegt der Fokus dieser Essstörung nicht auf dem Körper oder einem angestrebten Gewichtsverlust. Es liegt eine Angst oder ein Ekelgefühl dem Essen selbst gegenüber vor. Auch kann konsequent kein Interesse daran bestehen.
-oftmals entsteht diese Erkrankung schon im Kindesalter, kann aber auch später entstehen.
-Zuerst ähnelt es sehr wählerischem Essen (nur bestimmt Farben, Konsistenzen, Gerüche etc.). Jedoch kann es dazu führen, dass der Betroffene nur noch drei oder vier Lebensmittel überhaupt essen mag.
-Dies kann zu schweren Mangelerscheinungen und Wachstumsschwierigkeiten führen.

Außerdem gibt es noch diverse Mischformen. Teilweise werden Diagnosen wie „atypische“ Anorexie oder Bulimie gestellt, wenn z.B. ein Diagnosekriterium nicht vorhanden ist. Manchmal fühlen sich die Betroffenen dadurch nicht ganz ernstgenommen oder gesehen, da das Leid genauso groß ist wie bei der „typischen“ Form. Therapeuten nehmen jedoch in den meisten Fällen jede Form der Essstörung sehr ernst, denn sie bedeutet immer großes psychisches Leid und auch immer eine große Gefahr körperliche Schäden zu erleiden.
Für viele Betroffene wird der gesamte Alltag von der Essstörung bestimmt. Oftmals isolieren sie sich, aus der Angst in sozialen Situationen essen zu müssen oder vor anderen einen Esssanfall zu erleiden. Vor allem anorektische oder bulimische Betroffene investieren sehr viel Zeit in Maßnahmen zur Gewichtsabnahme, wie z.B. exzessiver, zwanghafter Sport. Betroffene mit Essanfällen verbringen meist mehrere Stunden mit Essen, teils tief in die Nacht hinein.

Gründe für eine Essstörung können vielfältig sein, oftmals besteht eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, z.B. durch die Veränderungen in der Pubertät, Kritik von Freunden oder Familie oder sogar Mobbing. Der „Einstieg“ in restriktives Verhalten ist oftmals eine Diät, aber im Inneren besteht viel mehr als lediglich der Fokus auf dem Körper selbst. Meist haben die Betroffenen ein sehr niedriges Selbstwertgefühl, fühlen sich schwach oder haben einen übertriebenen Ehrgeiz. Sie wollen „endlich mal etwas schaffen“ und projizieren diesen Wunsch dann auf den Körper. Wenn dann Komplimente von außen kommen für einen Gewichtsverlust, wird dieser Wunsch nur noch mehr bestärkt und es entsteht fast eine Sucht nach diesem bestätigenden Gefühl.

Essanfälle können dadurch entstehen, dass ein Betroffener schon seit frühester Kindheit bei schlechten Gefühlen genascht hat und sich dadurch besser gefühlt hat. Dies kann außer Kontrolle geraten und zu starken Essanfällen führen, durch die sich Betroffene meist noch schlechter fühlen und auch diesen Frust „wieder in sich hineinfressen“. Ein Teufelskreis.

Mit allen Essstörungen geht meistens ein großes Schamgefühl einher, einerseits für den Körper, andererseits für das Essverhalten selbst. Meist vergeht deswegen zu viel Zeit, bis die Essstörung entweder anderen auffällt oder der Betroffene sich selbst Hilfe sucht. In dieser Zeit manifestieren sich das Esssverhalten, die Minderwertigkeitsgefühle und meist auch der Hass auf den eigenen Körper und das eigene Verhalten.

Die Behandlung einer Essstörung nimmt meist mehrere Jahre in Anspruch. Und selbst zehn Jahre nach der ersten stationären Behandlung gelten nur etwa 50% der Erkrankten als genesen. Etwa 30-40% zeigen noch einige Symptome/Verhaltensweisen und 10-20% haben noch immer das Vollbild einer Essstörung. Bei so starker Chronifizierung steigt die Sterblichkeitsrate leider stark an.
Deshalb ist es wichtig, dass die Gesellschaft für die Symptome einer Essstörung sensibilisiert ist und es genügend frei zugängliche Hilfsangebote, wie professionelle Online-Beratung oder Beratungsstellen gibt.

Weitere Informationen und eine Liste von Beratungsstellen findet man auf:
https://www.bzga-essstoerungen.de

 

Fördern – Spielen – Entdecken …mit Ringelfee
In unserem Internet – Fachgeschäft finden Sie ein liebevoll ausgewähltes Sortiment schöner Förderspiele die Spaß machen.

Und damit möchte ich Sie sehr herzlich willkommen heißen. Neben Spiel und Spaßklassikern für die ganze Familie, dürfen Sie eine der schönsten und größten Produktpalletten alltagstauglicher behindertengerechter Geschenke, sowie Therapiebedarf für besondere Persönlichkeiten erwarten.

Warum? Als Mutter einer schwerbehinderten Tochter, habe ich viele Jahre immer wieder mühevoll nach gescheiten Geschenken und nützlichen Dingen suchen müssen, die den Alltag erleichtern und Spaß machen. Die Freude dabei ist um so größer, je interessanter das Produkt auch für Menschen ohne Handicap ist und somit eine große Motivation besteht – gemeinsam zu spielen oder zu kommunizieren. Ich freue mich Ihnen diese Mühe zu erleichtern: mit vielen originellen, freundlichen und nützlichen Dingen am liebsten für die ganze Familie

Ziel ist es daher, den behinderten Menschen auch mit seinem  Spiel integrieren zu können, damit er ganz selbstverständlich eingebunden werden kann in – Kommunikation und ein lebendiges Miteinander.

Wie Sie merken, steht der Gedanke eines lebendigen Miteinanders bei Ringelfee an erster Stelle. Aus dieser Motivation heraus, finden Sie bei Ringelfee viele Überraschungen für “Kinder und Erwachsene mit und ohne Handicap”!

Mein Name ist Lara, ich bin 30 Jahre alt und ich leide seit 8 Jahren an chronischen Clusterkopfschmerzen.

Wahrscheinlich sagt den meisten die Erkrankung nichts, da sie zum einen recht selten vorkommt und es bei den meisten Betroffenen sehr lange dauert, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Was kannst Du Dir unter der Erkrankung vorstellen?

Es handelt sich um einseitige Kopfschmerzen die im und ums Auge herum auftreten. Die Schmerzen treten plötzlich auf und halten 15 min bis 3 Stunden an. Wenn es richtig hart kommt, dann überfallen einen die Schmerzen bis zu 8 mal am Tag.

Als vor acht Jahren die Erkrankung zum ersten Mal aufgetreten ist, war ich gerade in meinem ersten “richtigen” Job beschäftigt. Dementsprechend groß war damals meine Sorge, dass ich aufgrund der Fehlzeiten recht schnell meine Kündigung erhalten würde. Doch trotz der Erkrankung und der recht schnell diagnostizierten Schwerbehinderung wurde mein befristeter Vertrag sogar entfristet. Irgendwann war es aber Zeit für einen Tapetenwechsel und ich entschied mich den sicheren Job aufzugeben und mir einen anderen Job zu suchen. Dort bin ich heute noch Vollzeit angestellt und komme gut zurecht.

Doch wie schaffe ich es trotz der schweren Erkrankung auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein?

Nachdem Kerstin mich gefragt hatte, ob ich diesen Artikel schreiben könnte (vielen Dank dafür), habe ich lange überlegt wie ich es am besten formuliere. An dieser Stelle möchte ich dazu sagen, dass es meine Vorgehensweise ist. Für Dich kann es vielleicht überhaupt nicht passen.

Für mich war ganz wichtig, mich nicht zu verstecken und mich nicht für etwas zu schämen für das ich nichts kann. Ich habe meinen Arbeitgeber damals direkt informiert und auch bei meiner Jobsuche, in jeder Bewerbung/Gespräch, die Karten offen auf den Tisch gelegt. Zudem wurden die Kollegen von mir immer über die Erkrankung informiert. Wenn ich aufgrund der Schmerzen früher nach Hause musste und das vielleicht in einer Woche zwei mal der Fall war, hatten die Kollegen keine große Angriffsfläche.

Ich habe immer eine kleine Tasche in meiner Handtasche wo “Notfall” draufsteht. Darin sind ein Medikamentenplan, Notfallmedikamente und der letzte Krankenhausbericht drin. Meine Kollegen wussten immer Bescheid, sodass zum Beispiel im Falle einer Bewusstlosigkeit, nur noch die Tasche an den Rettungsdienst übergeben werden musste. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es die Kollegen unheimlich beruhigt.

Des Weiteren ist für mich eine feste Struktur von großer Bedeutung. Das heißt zur gleichen Zeit aufstehen, die gleiche Bahn nehmen (einplanen, dass es Verspätungen geben kann), 20 min früher im Büro sein, in Ruhe einrichten und dann in den Arbeitstag starten. Spezielle Hilfsmittel nutze ich keine. Ich stelle mir nur die Schrift größer um meine Augen zu entlasten.

Gelegentlich greife ich zu Ohropax, um mich im Großraumbüro von der Geräuschkulisse abzuschotten. In der Mittagspause gehe ich grundsätzlich raus und achte darauf, dass ich ein gutes Mittagessen mit wenig Kohlenhydraten zu mir nehme.

Und was, wenn ich eine Attacke in der Firma bekomme?

Ehrlich gesagt ist es mir lieber ich bekomme sie in der Firma als im Supermarkt oder in der Bahn. In der Firma kenne ich mich aus. Ich nehme meine Notfallmedikamente, ziehe mich zurück und nehme meine Arbeit wieder auf, wenn die Attacke vorbei ist. Die 15-20 min hänge ich dann am Ende des Arbeitstages ran.

Meistens studiere ich dann auf dem Hin- und Rückweg noch in der Bahn und habe zu Hause eine Vorlesung. Trotzdem achte ich extrem auf den Ausgleich wenn ich zu Hause bin. Gesunde Ernährung, regelmäßige Meditationen, feste Medikamenten- und Schlafenszeiten.

Wie stelle ich mir meine berufliche Zukunft vor?

Seit Anfang des Jahres beschäftige ich mich mit der ketogenen Ernährung und exogenen Ketonen in den sozialen Medien. Vor kurzem habe ich entschieden mich auf das Thema “Kopfschmerzen” zu spezialisieren und anderen Betroffenen und deren Angehörigen zu helfen.

Auch wenn das mit meinem Vollzeitjob alles schön klingt, wünsche ich mir häufig ein flexibleres Leben. Vorallem was den Job betrifft. Wenn die Nacht aus zwei Stunden Schlaf bestand, der ganze Körper verkrampft ist und jeder Geruch zu viel ist, wünsche ich mir einfach aufstehen zu können und mir meinen Tag frei einzuteilen. Und wenn das “nur” die Jogginghose ist oder eine ausgiebige Runde Meditation zum Start in den Tag.

Ich könnte mir für die Zukunft durchaus vorstellen, irgendwann hauptberuflich Selbstständig zu sein und mein Wissen als Coach weitergeben. Bis dahin werde ich aber noch einige Gespräche bezüglich Finanzierungsmöglichkeiten und co. führen müssen.

Wenn Dich das Thema Kopfschmerzen und/oder ketogene Ernährung interessiert, dann schau gerne mal bei Instagram (@gesund_durch_keto) oder auf meiner Homepage vorbei.

Ich freu mich auf Deinen Besuch.

Liebe Grüße

Lara
Vielen Dank an Lara für den interessanten Artikel.

Die etwas anderen Therapieansätze bei Long Covid

Kennst du jemanden, der von Long Covid betroffen ist oder bist du selbst betroffen? Oder hast
du von jemandem gehört, der über Symptome nach einer Corona- Erkrankung klagt?
Möchtest du wieder belastbarer sein, freier atmen können – einfach wieder ganz normal am
Leben teilnehmen können? Oder wünscht du es den Betroffenen in deinem Umfeld?
Dieser Artikel befasst sich mit dem Krankheitsbild Long Covid und etwas anderen
therapeutischen Interventionsmöglichkeiten, die dich als Betroffenen mit einbeziehen. Denn
DU kannst eine ganze Menge für dich tun! Du musst nur wissen, was
Zunächst einmal möchte ich DANKE sagen: Danke dir, liebe Kerstin, dass du deinen Weg
öffentlich teilst und andere mit deiner Stärke unterstützt. Danke, dass du recherchierst und
anderen wertvolle Informationen gibst.
Und danke an dich, liebe*r Leser*in, dafür dass du dir und anderen – und wenn es nur ein
Fünckchen ist – das Leben erleichterst.
Seit einiger Zeit werden immer mehr Stimmen laut, dass es zu Langzeitfolgen nach einer
Infektion mit dem Corona- Virus SARS- COV- 2 kommt, die selbst nach leichten Infekten oder
völlig symptomfreier Erkrankung auftreten können.
Neben den Folgeerkrankungen wie Pneumonie (Lungenentzündung), Erkrankungen des
Nervensystems (Kopfschmerzen, Schwindel, Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten etc.)
und Magen- Darm- Beschwerden (Übelkeit, verminderter Appetit, Erbrechen,
Bauchschmerzen, Diarrhoe, Leberfunktionsstörungen etc.) treten weitere Symptome auf.
Häufig wird eine Fatigue- ähnliche Situation beschrieben, in der es ein starkes Ruhebedürfnis
mit Belastungsintoleranz gibt. Die Erschöpfung bessert sich durch Ruhe und Schlaf nicht.
Manche leiden unter dem sog. „brain fog“, bei dem es zu Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen kommen kann. Psychische Beschwerden mit depressiven
Verstimmungen und Angstzuständen werden beschrieben.
Zudem kommt es immer wieder zu Kurzatmigkeit, Fieber, Geschmacks- und Riechstörungen,
Sprachstörung, Brustschmerzen und zu Muskelschwäche/- schmerzen.
Ebenfalls sind Organkomplikationen mit bleibenden Schäden an Lunge, Niere und Herz
möglich.
Leider gibt es bis heute wenig gesichertes Wissen, wobei es mittlerweile einige Studien zu
Long- Covid- Symptomen gibt.
Die Beschwerden können nach einer Corona- Erkrankung bestehen bleiben oder vorerst
abklingen, um später wieder aufzutreten. Dabei können die Symptome einzeln oder mit
mehreren auftreten und unterschiedlich stark sein. Auch Veränderungen sind möglich. Sind
die Long- Covid nach drei Monaten noch vorhanden und halten sie mindestens zwei Monate
an bzw. kehren wieder, wird von einem Post- Covid- Syndrom gesprochen.
Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen häufiger an Langzeitfolgen leiden als Männer
(hormoneller Zusammenhang?), obwohl der Verlauf der Infektion mit dem Corona- Virus häufig
leichter ist. Frauen besitzen in vielen Fällen ein stärkeres Immunsystem.
Trotz vieler Untersuchungen und Forschungen sind die Ursachen von Long Covid
weitestgehend ungeklärt. Fest steht, dass Immunreaktionen eine Rolle spielen.

Nachdem wir den Wissendurst nun gestillt haben, kommen wir zu meiner therapeutischen
Herangehensweise. Ich bin dafür bekannt, dass die Patienten angeleitet werden, sich selbst
zu helfen. In diesem Sinne bekommen meine Patienten auch mit Symptomen von Long- Covid
eine handvoll Tipps mit nach Hause, damit sie und ihr Körper sich regenerieren können.
In der Therapie werden die Organe behandelt, die die Symptome auslösen könnten (Achtung:
jeder Mensch ist anders und nicht jeder Mensch reagiert auf die Behandlung gleich,
dementsprechend kann es zu ganz unterschiedlichen Resultaten kommen. Fest steht, dass
DU selbst mit verantwortlich für deinen gesundheitlichen Werdegang bist – nicht nur dein*e
Therapeut*in).
So kann innerhalb der Therapie über die Leber gearbeitet werden, da sie häufig mit
funktionellen Störungen belastet ist. Fasziale Spannungen können gelöst werden. Zu Hause
kannst du Leberwickel machen, einen speziellen Lebertee (frisch angemischt) über den Tag
verteilt trinken und morgens eine Entgiftungskur durchführen.
Gegen die Kurzatmigkeit kann die Lungenverschieblichkeit gegen andere Strukturen
gebessert werden. Anschließend ist Bewegung und Atemtherapie wichtig. Hier bist wieder DU
gefragt
Depressive Verstimmungen entstehen häufig bei Menschen, die nicht riechen oder schmecken
können, kaum am Leben teilhaben und/ oder kein Sport treiben können. Hier ist es wichtig,
dass du als Betroffene*r dir deine Situation ganz bewusst machst und es nicht unter den sog.
Teppich kehrst. Nimm die Ängste an und arbeite mit ihnen. Wenn du sie verdrängst, werden
sie irgendwann mit doppelter Kraft ausbrechen. Therapeutisch kann hier eine Intervention mit
Craniosacraler Therapie (sehr sanfte Techniken) erfolgen, die bei vielen super anschlagen,
bei anderen wiederum gar nicht. Auch sollte eine angepasste Bewegung als Therapie
gefördert werden.
Perikardiale Techniken wie zum Beispiel Brustkorb- und Brustbein- Techniken und über die
Faszia endothoracica (liegt im Brustkorb mit Verbindung zum Hals und Kopf) können bei
Herzrasen, -stolpern und -klopfen helfen. Dadurch wird die Versorgungssituation im Kopf
verändert (Bahnen können in der Fascia endothoracica einklemmen). Auch hier ist deine
Aktivierung gefragt mit adaptierten Bewegungen und leichten Aktivitäten.
Bei Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen kann über den
Parasympathikus Einfluss genommen werden, der unseren Körper quasi herunterfährt.
Ganz wichtig scheint das Zwerchfell zu sein, das bei den meisten Patient*innen hyperton (zu
fest) ist. Auch hier kann Einfluss auf Kurzatmigkeit, Herzsymptome und sogar Hüftprobleme
genommen werden. Über Muskeln kann die Verbindung zur Hüfte gezogen werden. Zudem
können Probleme wie Schlafstörungen etc. über das Diaphragma (Zwerchfell) und die Fascia
endothoracica beeinflusst werden. Dein Zwerchfell kannst du zu Hause mit Atemübungen und
einem Greifen unter die Rippenbögen mit Zug nach oben – außen lösen.
Wichtig ist, dass du dich und deinen Körper nicht zu früh überforderst. Erst wenn du 10 Tage
beschwerdefrei bist, kannst du langsam mit dem Sport beginnen.
Ich persönlich glaube auch, dass unser vorheriger Lebensstil Einfluss nimmt: Frage dich
einmal, wie du vorher gelebt hast. Hast du dich gesund ernährt? Hast du dein Obst und
Gemüse vom Biobauern oder aus einem Biogeschäft? (im Diskounter ist der Gehalt an
Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen um ein
Vielfaches geringer). Hast du dich bewegt? Hast du ohne Stress gelebt? Hast du deine Arbeit
geliebt? Hast du dich akzeptiert, wie du bist?
Das alles spielt eine große Rolle für unsere Gesundheit – neben vielen anderen Faktoren. Und
ich glaube, dass wir für eine komplette Genesung auch über diese Faktoren gehen müssen.
Ich hoffe, der Artikel hat dir und deinen Mitmenschen geholfen. Bei Fragen und Anregungen
melde dich gerne bei mir.
Ich wünsche dir das beste
Deine Corinna

Interview mit Katrin Hopfensitz, Ergotherapeutin in der Marianne-Strauß-Klinik am Starnberger See und Yogalehrerin von Yoga Inklusion

  1. Mai 2022

 

Wie ist Ihre Einstellung zum Yoga?

Yoga ist für mich keine angesagte Modeerscheinung oder Wellness, sondern eine spirituelle Praxis, ein Weg der Bewusstseinserweiterung, das Anstoßen von transformierenden Reinigungsprozessen, die eine Veränderung hervorrufen. Es ist aber auch eine Wissenschaft, die sich über Jahrtausende einfach bewährt hat. Ich kann mich darauf verlassen, wenn ich z.B. Brustkorbweitende Asanas (das sind die körperlichen Übungen), sog. Herzöffner einnehme, ich eine Offenheit im Herzen und im Geist spüren kann. Ein Kopfstand lässt mich nicht nur körperlich sondern auch geistig die Perspektive ändern. Es ist vorhersehbar, dass ich ruhiger werde, wenn ich eine Vorwärtsbeuge einnehme oder mich auf die verlängerte Ausatmung konzentriere. Denn diese Übungen beruhigen nachweislich den sympathischen Anteil meines Nervensystems. Hier sieht man: Yoga ist so viel mehr, als nur Asanas, wie es leider oftmals in den Medien in Erscheinung tritt.

Was macht Yoga mit dem menschlichen Geist und Körper?

Der eigentliche Sinn der Körperarbeit im Yoga, dient der Reinigung und das Stark-Machen des Körpers als Vorbereitung zur Meditation. Die alten Yogis im fernen Indien haben vor tausenden von Jahren festgestellt, dass es sich leichter in die Meditation finden lässt, wenn man sich vorher (auf der Matte) betätigt hat. Wir verbinden Atmung und Bewegung, kreieren eine Einheit, um im gegenwärtigen Moment zu sein, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen und so letztendlich einen glückseligen Zustand zu erfahren. Yoga will Verbindung schaffen. Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele, aber auch zur Natur, der Erde, zum Yogalehrer/zur Yogalehrerin, zur Gruppe in der ich übe und letztendlich Verbindung zum großen Ganzen.

Welche Vorteile hat Yoga als Konzept für Menschen mit Behinderungen?

Yoga wirkt entspannend, führt zu einer besseren, aufrechteren Körperhaltung, zu mehr Körperbewusstsein, Gelassenheit und zur Annahme des eigenen Selbst, im Sinne von „Ich nehme mich so an wie ich bin, mit all meinen Einschränkungen, denn ich bin wertvoll.“ Gemäß der Yoga-Philosophie ist die Seele unsterblich und wohnt in diesem menschlichen Körper, um etwas zu erfahren. Der Yogaübende hat die Möglichkeit, in einer Yogastunde ganz bei sich zu sein, Ruhe zu finden, den Körper zu dehnen und zu stärken. Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit körperlichen Einschränkungen sind oft stolz darauf, zu sehen was möglich ist oder die Körperteile zu spüren, die sie vorher nicht gespürt haben. Denn Yoga aktiviert die Lebensenergie (Prana), die durch die kleinen Kanäle unseres Körpers fließt. Hindernisse, viele Gedanken über Probleme und alles Drumherum werden während der Yogapraxis ausgeblendet, was sehr heilsam sein kann. Meistens fühlt man sich nach einer Yogastunde besser als vorher.

Wie unterscheidet sich Yoga von anderen Gymnastik- und Sportarten?

Im Yoga liegt der Schwerpunkt auf die Verbindung zwischen Körper – Geist – Seele. Atmung und Bewegung werden miteinander verbunden, so dass der Geist ruhiger wird. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden auch immer aufgefordert nach innen zu lauschen. Viel Wert liegt darauf zur Ruhe zu kommen, alles um sich wahrzunehmen und in den Körper einzutauchen. Es ist ein „Date mit meiner Seele“, mit meinem tiefsten Inneren. Eine Yogastunde sollte immer ganzheitlich sein und die Elemente: Pranayama (Atemtechnik), sowie Meditation nicht ausklammern. Auch ein Savasana (das ist die Endentspannung) darf niemals ausgelassen werden, worin sich auch eine Yogapraxis von herkömmlichen Fitnessangeboten unterscheidet.

Wie würden Sie die Erfahrungen beschreiben, die Sie mit Menschen mit Beeinträchtigungen gemacht haben?

Meine Erfahrungen mit Yogastunden für Menschen mit Beeinträchtigung sind durchweg positiv. Es kommt hauptsächlich darauf an wie ich Asanas adaptiere oder vereinfache. Für den Körper ist es egal ob eine Drehhaltung auf dem Boden oder im Rollstuhl ausgeführt wird, die Wirkung ist die gleiche. Auch wenn manche meiner Multiple Sklerose Patienten noch so eingeschränkt sind und kaum noch eine Bewegung der Arme und Beine möglich ist, können wir gemeinsam Yoga praktizieren in dem wir schauen welche Bewegung noch geht, z.B. die des Kopfes oder Schultergürtels und diese mit der Atmung verbinden. Hinzukommen bei Schwerstbetroffenen Pranayama und Meditation.

Bei meinen Stuhlyogastunden in einer Gruppe von bis zu 8 Patienten wird zwar die körperliche Praxis oft als anstrengend und ungewohnt wahrgenommen, aber so geht es Menschen ohne Beeinträchtigungen auch und umso leichter findet man in die Stille der Meditation und genießt die Endentspannung am Ende der Praxis noch viel mehr. Ich weise immer darauf hin auf seine Grenzen zu achten und sich zu erlauben auch mal eine Pause zu machen. Am Ende der Stunde blicke ich dann in glückliche und entspannte Gesichter und sehr oft kommt ein positives Feedback zurück, wie gut es getan hat. Wenn nach der Stunde eine ganz friedliche Stimmung im Raum herrscht, alle noch ganz leise sind, alle miteinander verbunden und das Göttliche fast schon zu greifen ist, dann merke ich, dass die Stunde gelungen war und das ist das pure Glück für mich.

Wie sieht eine Yogastunde aus?

Eine Yogastunde, sei es auf der Matte oder auf dem Stuhl, sieht für Erwachsene (bei Kindern gibt es Unterschiede) immer ähnlich aus. In manchen Yogatraditionen wird zu Beginn noch ein philosophisches Thema vorgestellt oder ein Fokus gesetzt, welche Qualität man besonders heute üben möchte (z.B. Durchhaltevermögen, liebevolle Annahme oder z.B. hauptsächlich Rückbeugen) und oft wird gemeinsam die heilige Silbe „om“ gesungen.

Wichtig ist erst mal im Raum, aber auch in seinem Körper anzukommen. Denn jeder schlüpft aus den unterschiedlichsten Situationen in die Yogastunde hinein. Dann wird es ganz still, jeder hat seinen Sitz eingenommen, die Augen sind geschlossen (wenn man das möchte) und zuerst wird der Körper nur wahrgenommen und es folgt die Konzentration auf den Atem. Ich lade die TeilnehmerInnen ein, zu spüren: wie es ihnen gerade körperlich, geistig und emotional geht und dass sie sich den Grund hervorrufen können, warum sie in die Yogagruppe gekommen sind. Im Anschluss werden die Augen wieder geöffnet und mit leichten Bewegungen, ein sog. „Warm-Up“, der Körper aufgewärmt, auch um Verletzungen vorzubeugen. Als Hauptteil werden verschiedene Asanas eingenommen mal im sog. Flow mit fließenden Bewegungen immer verbunden mit der Atmung und auch mal statisch, um in seine Kraft zu kommen. Beim Stundenaufbau (Sequenzing) achte ich immer auf eine schöne Balance aus Vorbeugen, Rückbeugen, Seitbeugen, Drehungen und Umkehrhaltungen sowie eine Pranayama Einheit. Langsam wird der Fluss der Energie wieder reduziert und schließlich findet die Endentspannung und eine Mediation im Sitzen statt.

Wie kann man Yoga für alle praktizierbar machen?

Wenn jemand von Yoga hört, dann ist sofort das Bild da: „Das sind doch die Leute, die sehr beweglich sind und irgendwelche Verrenkungen machen können“ Dadurch kommt die Angst und Abneigung, dass der eigene Körper zu solchen Leistungen gar nicht fähig ist. Muss er auch nicht! Man kann immer einen Weg finden, Asanas umzugestalten, so dass auch ungeübte Körper oder ein Körper mit Einschränkungen in den Genuss einer Yogapraxis kommen kann. Modifikation der Asanas auf den Stuhl, vereinfachte Versionen oder Zunahme von Hilfsmitteln (Blöcken, Decken, Kissen, Gurte) erleichtert die Teilnahme am Yoga. Und sogar wenn das mit den Asanas gar nicht geht, kann man Pranayama und Meditation üben, um das gleiche Ziel zu erreichen. Yoga ist vielfältig genug, um für alle praktizierbar zu machen. Einfach mal ausprobieren, einfach loslegen! Ich würde mir wünschen, dass es immer mehr inklusive Angebote für Menschen mit einer Körperbehinderung, geistigen Behinderung, Adipositas, Altersschwäche oder Sehbehinderung gibt. Nicht nur in den Kliniken oder Einrichtungen, sondern auch in den gängigen Yogastudios, einfach um Inklusion zu leben. So dass sich nach der Yogastunde die Teilnehmerin im Rollstuhl mit der Teilnehmerin aus der darauf folgenden Fortgeschrittenen Stunde bei einem Tee unterhält. Yoga sollte in dem Hinblick zugänglicher sein und wie schon zu Beginn erwähnt keine Livestyle Erscheinung für die Hippster Gesellschaft in bunten Leggins und durchtrainiertem Körper, sondern als spirituelle Praxis für alle Menschen gesehen werden.

Was braucht man, um Yoga praktizieren zu können?

„Jeder der atmet, kann Yoga praktizieren.“ Das hat Sri K. Pattabhi Jois, ein großer Lehrer aus Indien gesagt. Du brauchst einen Körper, sonst nichts 😉 Aber natürlich sind Hilfsmittel wie Stühle oder eine Matte, Kissen, eine Decke, zwei Blöcke und ein Gurt sinnvoll, um den Körper vor Verletzungen zu schützen.

 Was waren Ihre größten Herausforderungen in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen?

Wenn ich an meine PatientInnen denke, die ich in einer kleinen Gruppe auf der Yogamatte unterrichte, dann ist die größte Herausforderung für mich, dass jeder Mensch unterschiedliche Symptome mitbringt. Das heißt, nicht alle können zum Beispiel die Haltung des herabschauenden Hundes einnehmen. Dann liegt es an meiner Erfahrung, an meinem Können und meiner Kreativität, die Haltung so zu modifizieren (und das möglichst schnell, damit der Fluss der Stunde nicht gestört wird), damit alle TeilnehmerInnen eine gute Erfahrung in der Haltung machen können und keiner sich verletzt. Ich muss auch, egal ob in Stunden auf der Matte oder auf dem Stuhl ein Gespür dafür haben, wie viel Anstrengung ich meinen PatientInnen oder SeniorInnen zumuten kann und wann der Moment für ein Innehalten und Nachspüren angebracht ist.

Wie wird Yoga als Angebot von Ihren Klienten und Klientinnen angenommen?

Meine Yogagruppe in der Klinik ist immer gut besucht. Teilweise lassen Patienten andere Termine ausfallen, damit sie zur Gruppe kommen können. Und viele melden sich bei Folgeaufenthalten wieder für die Yogagruppe an, weil es ihnen so gut getan hat. Auch in der Einzeltherapie gibt es immer wieder Patienten, auch Schwerbetroffene, die sich eine Yogastunde mit mir wünschen. Der größte Teil hat vorher noch nie Yoga gemacht und nutzt die Gelegenheit es in meinen Stunden einmal auszuprobieren. Da freue ich mich sehr darüber, dass meine Teamleitung und die Therapiegesamtleitung hinter mir stehen und mich in meiner Arbeit als Yogalehrerin unterstützen. Nur so konnte ich in der Klinik Yoga für MS-PatientInnen anbieten.

Leider ist die Nachfrage für meine Onlinestunde, wo Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch nach dem klinischen Aufenthalt, Yoga von zuhause aus mit mir üben können, noch nicht so groß. Ich denke da gibt es noch viel Scheu vor dem Onlinesetting vor dem Computer und der damit verbunden Technik oder die Termine passen einfach nicht. Meine Seniorengruppe allerdings vor Ort wird von einer eingefleischten Gruppe von 5 Frauen besucht, die ich schon über ein halbes Jahr unterrichten darf. Hinzu kommen neuerdings Kinderyogastunden, denn es ist nur sinnvoll Yoga schon im Kindergartenalter zu beginnen, damit sie zu friedlichen, achtsamen, naturverbundenen Menschen heranwachsen, die unser Planet so dringend braucht. Würden alle Menschen Yoga machen, wäre diese Welt ein anderer Ort.

 

Mehr Infos zu meiner Arbeit findet ihr auf www.yogainklusion.com

Alles rund uns Rollstuhltraining

Wie komme ich mit meinem Rollstuhl über Gras, Kopfsteinpflaster oder wie komme ich damit die Bordsteine hoch. Dafür gibt es sogenanntes Rollstuhltraining. Dieses Training ist ein wichtiger Teil in der Rehabilitationsphase, um mehr Selbstständigkeit zu erlangen.

Aber was beinhaltet dieses Rollstuhltraining eigentlich.

 

Theoretisches Wissen rund um den Rollstuhl

Umsetzen vom Rollstuhl aufs Bett, Couch usw.

Individuelle und kraftsparende Fahrtechniken

Verbessern der Alltagsmobilität

Kippen, Drehen und Fahren auf den Hinterrädern

Fahren auf unterschiedlichen Untergründen Gras, Strand, Kies und Kopfsteinpflaster

Überwinden von Bordsteinen, oder Höhenunterschiede

Falltechniken

Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln

Befahren von Treppen

 

Jeder muss individuell entscheiden, ob er an einem Rollstuhltraining teilnimmt. Voraussetzung ist das Krankheitsbild.

Die Gebühr dieser Kurse wird in der Regel von den großen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Einige Anbieter sind

https://www.rollitraining.de/Home/

https://www.manfred-sauer-stiftung.de/stiftung/rollstuhltraining/

https://drs.org/tag/rollstuhltraining/

Ein Interview mit einem Mitarbeiter von den Werkstätten Karthaus.

Wie heißt du?                                          

Ich heiße Marc.

In welcher Abteilung arbeitest du?

Ich arbeite in der Holzverarbeitung der Werkstätten Karthaus.

Warum hast du dich für die Holzverarbeitung entschieden? Ich bin ein Mensch, der gerne handwerklich arbeitet. Besonders das Arbeiten mit Holz macht mir riesen Spaß.

Worauf freust du dich am meisten, wenn du morgens zur Arbeit fährst?

Auf die netten Gruppenleiter.

Gibt es auch etwas, was dich hier stört?

Nein.

Welche Aufgaben machst du gerne?

Ich schleife gerne die Kalendarien unserer Holzkalender ab.

Du bist auch im Team der Karthaus Kicker. Wer sind die Karthaus Kicker eigentlich?

Die Karthaus Kicker sind eine Fußballmannschaft der Werkstatt.

Fußball spielen mit Gehhilfe- wie funktioniert das?

Ich spiele im Sturm und stehe meistens direkt vor dem Tor des Gegners. Meine Mitspieler passen mir dann den Ball zu, den ich versuche mit meiner Gehhilfe ins Tor zu leiten.

Worauf bist du besonders stolz?

Ich habe bei einem Fußballturnier in Holland schon mal ein Tor mit dem Knie geschossen.

Wenn du dich für ein Teil aus deinem Besitz entscheiden müsstest, was wäre das?

Auf jeden Fall mein ein neues E-Bike.

 

Wie verbringst du einen freien Tag?

Erstmal ausschlafen… dann schauen wie das Wetter ist.  Eis essen, Freunde treffen.

Was ist dein absoluter Traumberuf?

Mein Traumberuf ist das, was ich hier in der Holzverarbeitung mache.

Was ist das Beste an deinem Beruf?

Das Wichtigste ist, Spaß und Freude am Beruf zu haben.

Mit welchen 3 Worten würdest du dich beschreiben?

Ich bin ziemlich verrückt und nett… und ich gebe zu, zwischendurch bin ich auch ein Ärgerlappen.

Welchen Wochentag magst du am liebsten?

Auf jeden Fall der Freitag – Hoch die Hände Wochenende!

Was machst du, wenn dir langweilig ist?

Wenn mir langweilig ist, verabrede ich mich mit meinen Freunden.

Was kannst du besonders gut?

Ich möchte unbedingt noch lernen unsere selbstgefertigten Holzkalender auch zu verpacken.

 

Reisen als Rollstuhlfahrer ist ziemlich beschwerlich… FALSCH! Wenn die richtige Infrastruktur und hilfsbereite Hände vor Ort sind, kann man überall Urlaub machen. Diese Erfahrung haben Tobias (Rollstuhlfahrer) und Verena (Fußgängerin) immer wieder auf ihren Reisen gemacht. Dabei haben sie festgestellt, dass gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern die Menschen sehr hilfsbereit und offen dafür sind, bei der Bewältigung kleinerer oder größerer Hindernisse zu unterstützen. Wo eben noch unüberwindbare Stufen waren, entsteht innerhalb von Minuten eine mobile Holzrampe.

Wo zuvor eine Schiffsrehling verhindert, dass Tobias ins Wasser kommt, wird mit einigen Seilen und Knoten ein mobiler Lifter gebaut.

 

Viele dieser Hilfsmittel bleiben bestehen – vor allem aber das Bewusstsein, was mit einfachsten Mitteln möglich sein kann. Auf ihrer Website www.reisenmitollstuhl.de können Reisende Hotels, Restaurants und Aktivitäten bewerten und zeigen, wie es um die Barrierefreiheit vor Ort bestellt ist.

 

Ursachen von Stress

Autisten fühlen sich in allen Lebensbereichen enorm gestresst. Was Menschen als Stress empfinden hängt von der Person ab. Also es ist individuell unterschiedlich: Arbeiten unter Zeitdruck, Leistungsdruck, Existenzängste, Partnerkonflikte, Erkrankungen oder der Tod.

Bei Autisten kommen noch Sozialkontakte, Missverständnisse unserer Gesellschaft, Überflutung der Sinnesreize zB. beim Einkaufen, auf Bahnhöfen oder sogar in den sozialen Netzwerken dazu.

Wie bewältigt ein Autist Stresssituation?

Die meisten Autisten haben sich Strategien für ihren Alltag zurechtgelegt.

Sie vermeiden schwierige Situationen, so dass eine Überforderung gar nicht erst entsteht.

Der soziale Rückzug ist eine besondere Form der Vermeidung. Die bloße Anwesenheit von Menschen bedeutet eine massive Überforderung. Meistens werden Familienmitglieder als Bezugsperson als sehr wichtig empfunden. Aber auch Vereine sind eine große Hilfe, dort besteht die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Möglichkeiten gegen Reizüberflutung

Sich in ein ruhiges Zimmer zurückziehen.

Viele Menschen haben eine spezielle Autismus Kette. Diese sind meistens aus Lebensmittelsilikon und zum drauf beißen super geeignet.

Einige gehen kalt duschen oder lutschen Eiswürfel.

Eine geeignete Methode, um Stress abzubauen ist Sport oder ein Spaziergang in der Natur.

Etwas außergewöhnliche Dinge wie scharfe Gewürze, Chilischoten kauen, oder auf Senfkörner beißen ist nicht jedermanns Sache aber bei einigen hilft dies.

 

 

 

 

 

 

 

 

5 % Rabatt bei Jako-O für Familien mit behinderten Kindern

 

Wir alle wissen, dass gute Kinderkleidung teuer ist. Und heute habe ich eine Aktion gefunden, die ich euch kurz vorstellen möchte.

Jako Kleidung beliebt, nachhaltige Qualität und gut durchdachte Funktionen macht diese Sachen beliebt.

5 % Rabatt gewährt Jako-O allen Familien mit Mehrlingen, Familien mit mehr als 4 Kindern und Familien mit behindertem Kind ab einem Schwerbehindertengrad 50 %

Wie bekomme ich diesen Rabatt?

Einfach eine Kopie des Schwerbehindertenausweises oder bei Mehrlingen die Kopie der Geburtsurkunden senden. Neu ist, dass dieser Rabatt schon während der Schwangerschaft gewährt wird. Dafür einfach eine Kopie des Mutterpasses schicken.

Der Rabatt wird auf dem Kundenkonto hinterlegt und bei jeder Rechnung sofort automatisch abgezogen. Bei einem Einkauf in einer Filiale zeigen Sie einfach ihre Kundenkarte und dann bekommen Sie auch dort sofort 5 % Rabatt.

So geht Inklusion.