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Hallöchen, ich bin Anna. 😊 Ich bin 22 Jahre alt. 6 Wochen vor meiner Geburt platzte der Blinddarm meiner Mutter, was von ärztlicher Seite zunächst unbemerkt blieb und als schwerer Magen-Darm-Infekt abgetan wurde. Nach 3 Tagen kam es schließlich zum Notkaiserschnitt.

Infolge des Blinddarmdurchbruchs hatten sowohl meine Mutter als auch ich eine schwere Blutvergiftung und und schwebten wochenlang in Lebensgefahr. Schließlich überlebten wir beide nur knapp.

Im Alter von 3 Jahren wurde bei mir dann eine tetraspastische Cerebralparese festgestellt, die sehr wahrscheinlich auf den Sauerstoffmangel nach dem Blinddarmdurchbruch zurückzuführen ist. Für mich war aber schon immer klar, dass ich mein Leben so normal wie möglich gestalten möchte. Aufgeben ist und war nie eine Option. Nach 7 Operationen an Beinen, Füßen, Hüfte und Rücken kann ich heute an Vierpunktstützen laufen.

Ich habe von Anfang an eine normale Schule besucht. Im Jahr 2018 habe ich Abitur gemacht und studiere heute Psychologie an der Uni Marburg. Ende 2019 habe ich mit „SPAS(S)TI… wenn Weglaufen keine Option ist“ ein Buch über die ersten 20 Jahre meines Lebens veröffentlicht.
Mein Motto: „Wenn dir das Leben Steine in den Weg legt, bau‘ dir eine Rampe draus.“🍀😊

Mehr über mich erfahrt ihr hier.

Hallo, ich heiße Theresa, bin 17 Jahre alt und komme aus Österreich.

Ich bekam im April 2020 die Diagnose Synovialsarkom, ein seltener bösartiger Bindegewebstumor, bei mir im rechten Oberschenkel.

Nach neun Chemotherapieblöcken, 33 Bestrahlungen, der Tumorentfernungsoperation, ein paar anderen Operationen, zahlreichen Untersuchungen und 19 Coronatests (einer vor jeder Aufnahme), wurde mir am 22. Dezember mein Port-a-cath, der Venöse Zugang, über den mir die Chemotherapie verabreicht wurde, entfernt.

Jetzt bin ich in Remission, anfangs Februar habe ich meine ersten Nachuntersuchungen und hoffe, dass der Krebs weg bleibt.

Neben der Behandlung habe ich noch meine praktische Führerscheinprüfung gemacht, da ich keine Fristverlängerung bekam, und erledigte so viel wie möglich für die Schule, denn ich bin jetzt in der Abschlussklasse und möchte gerne gemeinsam mit meinen Mitschülerinnen abschließen. 😊~Alles kann sich von einem auf den anderen Tag verändern, plötzlich ist nichts mehr, wie zuvor, aber an einem gewissen Punkt, wird etwas, dass man sich nie hätte vorstellen können, in gewisser Weise „normal“ und nicht mehr so bedrohlich, weil man daran wächst und stärker wird. Ich habe mich dazu entschieden zu kämpfen und vieles hinter mich gebracht, auf das ich jetzt stolz zurückblicken kann. Es war und ist nicht immer einfach und ich würde es auch niemandem auf dieser Welt wünschen, aber ich möchte die Erfahrungen, die ich dadurch gemacht, und die vielen netten Menschen, die ich kennengelernt habe, nicht missen❣️~

Wenn ihr in einer schwierigen Situation seid: Bitte entscheidet euch auch dazu zu kämpfen, denn es lohnt sich!!! 🤗💕

Wie bist du zum Wissenschaftler geworden?
Gute Frage, dass ging schon recht früh los… schon in der 7/8. Klasse hab ich bei Jugend forscht mitgemacht, dann war ich auf der Schüler-Uni der Universität Konstanz und hab vor dem Abitur schon ein Semester Chemie studiert. Die spannend und einfach gemachten Vorträge von echten Professor*innen auf das echte Leben gemünzt,  haben den jungen Naturwissenschaftler in mir sehr beeindruckt. Daher wollte ich nach dem Abitur etwas machen, dass mit klinischer Entwicklung und Innovation der Pharmaindustrie zu tun hat. Daher habe ich ein Bachelor & Master „LifeScience“ (Biologie & Chemie) mit Schwerpunkt auf biomolekularen Wirkprinzipien und chemischer Synthese an der Universität Konstanz begonnen. Zusätzlich zum interdisziplinären Studium kam dabei natürlich noch der schöne Ausblick auf eine der schönsten Regionen Deutschlands dazu. 😊

 

Im Master habe ich dann zwei Praktika, angeschlossen. Eines am Krebsforschungs Zentrum DKFZ in Heidelberg (Vascular Oncology and Metastasis) und eines am Helmholtz Zentrum München (HMGU, Metabolism and Cancer). In meiner Masterarbeit widmete ich mich der Entwicklung einer neuen Screening-Methode zur  Entdeckung neuer antibiotisch wirkender Naturstoffe. Danach blieb ich dem Feld der Antiinfektivaentwicklung treu, und ging für meine Doktorarbeit ans Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig.

 

Dort forsche und arbeite ich in der Gruppe von Prof. Dr. Brönstrup einerseits an der Entwicklung neuer Methoden zur bakteriellen Bildgebung mittels PET (Positron Emissions Tomographie) bspw. bei Infektionen auf der Oberfläche von Implantaten oder an tiefen, schwer zugänglichen Körperstellen (Lunge – cystische Fibrose). Andererseits beschäftigen wir uns mit der Entwicklung „molekularer, trojanischer Pferde 🐴“, das sind bakterielle Substanzen e.g. eigentlich für die bakterielle Nahrungsaufnahme, welche aktiv von den Keimen aufgenommen werden um sich in einem Wirt zu vermehren. Diese Trojaner werden mit einem  Antibiotikum beladen und schleusen unbemerkt Wirkstoffe oder Fluoreszenzfarbstoffe in die bakterielle Zelle. Damit sind wir in der Lage bakterielle Infektionen gezielt sichtbar zu machen und zu therapieren, mit mehr Spezifität, einer geringeren Wirkstoffmenge sowie endgültig auch mit weniger Nebenwirkungen für den Patienten.