Informationen zur seltenen Erkrankung Achalasie
Die Achalasie betrifft maßgeblich den unteren Schließmuskel der
Speiseröhre, der auch Unterer Ösophagussphinkter (UÖS) genannt
wird.
Im Normalzustand ist er verschlossen und verhindert somit den
Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
Nur beim Schlucken kommt es zur Öffnung des UÖS, sodass die
aufgenommene Nahrung in den Magen gelangen kann.
Es handelt sich um einen Muskelreflex, der mit der Muskeltätigkeit
der Speiseröhre (Ösophagus) koordiniert abläuft.
Bei der Achalasie ist die Erschlaffung des UÖS zunehmend eingeschränkt.
Hierdurch kann der Speiseröhreninhalt nicht mehr in den Magen transportiert werden.
Die Entleerung in den Magen findet erst statt, wenn der hydrostatische Druck der
aufgestauten Nahrung den Verschlußdruck des UÖS übersteigt.
Die Achalasie zählt mit 1-3 Neuerkrankungen pro 100 000 Menschen
pro Jahr zu den seltenen Erkrankungen.
Im Vergleich zu anderen Erkrankungen des Verdauungstrakts ist
die Achalasie in der Allgemeinbevölkerung aber weniger bekannt.

Das Leitsymptom ist die Schluckstörung, die sich langsam über
Wochen bis Jahre entwickelt und mit dem Fortgang der Erkrankung
zunimmt.
Die Schluckstörung besteht zunächst bei fester und später auch
bei flüssiger Nahrung. Durch den zunehmenden Verschluss
kommt es im weiteren Verlauf zum Wiederhochkommen von
nichtverdauter Nahrung und zu Schmerzen hinter dem Brustbein.
Es kommt häufig zu Mangelernährung und zu Gewichtsverlust.
Komplikationen können Nahrungsbestandteile verursachen, die in
der Speiseröhre verbleiben. Durch den Übertritt in die Luftröhre
verursachen sie bronchiale Infektionen.
Die Schleimhaut der Speiseröhre kann sich auch entzünden.
Diese Entzündung stellt einen geringen Risikofaktor von
Speiseröhrenkrebs dar.

Daher sollten Menschen mit einer Achalasie in regelmäßigen Abständen
(jährlich) Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
Die Betroffenen werden von den behandelnden Ärzten aus Unwissenheit
oft nicht ernst genommen. Es wird daher manchmal erst
nach langem Leidensweg die Diagnose Achalasie gestellt.
Es gibt verschiedene Therapieformen. Empfehlenswert ist dann ein Zentrum für Achalasie
aufzusuchen. Ebenso ist der Austausch mit anderen Betroffenen zu empfehlen, da die
meisten Betroffenen sich dann zurückziehen und sich nicht verstanden fühlen.

Die Achalasie ist nicht heilbar. Aber mit einigen Einschränkungen kann man damit gut,
mehr oder weniger, leben. Mein Spruch ist dann immer, es gibt gute und schlechte Tage,
und solange die Guten überwiegen ist alles gut.
Quelle und weitere Infos: www.achalasie-selbsthilfe.de/informationen
Dirk Backmann
Achalasie-Selbsthilfe e. V.
Regionalgruppe Mitteldeutschland

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