Hallo, ich bin Annika, 26 Jahre alt und das Gesicht hinter dem Account @just.breathing.in
Ich bin schon sehr lange sehr stark psychisch erkrankt, war oft in Psychiatrien und habe auch schon geschlossen wohnen müssen.
Letztendlich habe ich die letzten 3 Jahre durchgängig in der Psychiatrie „gewohnt“, weil kein einziges Betreutes Wohnen mich haben wollte. Ich habe mit der Zeit über 100 Absagen gesammelt. Der Hauptgrund für die vielen Ablehnungen waren meine psychogenen Krampfanfälle. Diese Anfälle sehen zwar epileptisch aus, sind aber oftmals nicht lebensbedrohlich und eine Form von posttraumatischem Stress.

Es war ein schreckliches Gefühl so sehr von diesem System im Stich gelassen zu werden. Außerdem wurde ich in vielen der Kliniken sehr schlecht behandelt und wurde dadurch nur noch weiter traumatisiert.

Durch diese hohe Belastung bin ich in den letzten 2 Jahren wieder sehr stark in eine Essstörung gerutscht, bis ich ein lebensbedrohliches Gewicht erreicht hatte. Mir wurde per richterlichem Beschluss eine PEG-Sonde gelegt. Diese hat sich kurz darauf gelöst und meinen Magen zerfetzt. Die klebrige Sondenkost hat sich literweise in meinem Bauchraum verteilt und hat alle Organe verklebt. Ich hatte wochenlang eine Sepsis, lag zwei Wochen im Koma und wurde insgesamt sechs mal in drei Wochen am Bauch operiert.

Nach der letzten OP mussten die Chirurgen meinen Bauch offen lassen, weil alles so sehr entzündet war, dass es sonst nicht hätte abheilen können. Ganz zugewachsen ist mein Bauch noch immer nicht und ich werde eine handgroße Narbe zurückbehalten. Insgesamt 4 Monate war ich im Krankenhaus.

Ich hatte das Glück danach auf eine Therapiestation gekommen zu sein, auf der ich das erste mal ernstgenommen wurde und mit Respekt behandelt wurde. Dort kam ich wieder sehr gut auf die Beine, im wahrsten Sinne des Wortes! Fand sogar die Kraft selbst nach passenden Wohngruppen zu suchen. Und innerhalb von ein paar Monaten habe ich das geschafft, woran alle Sozialarbeiter jahrelang gescheitert sind: Ich habe eine Wohngruppe gefunden!
Letzte Woche bin ich hier eingezogen und bin soo froh, endlich aus der Psychiatrie draußen zu sein! Es kann nur besser werden!

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

fünf − eins =