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Hi ich bin Kevin, 30 Jahre alt und lebe seit 7 Jahren mit Multipler Sklerose.

Die Diagnose hat mich am Anfang komplett aus der Bahn geworfen. Ich war mit der Ausbildung fertig und wollte gerade mein Leben aufbauen mit einem neuen Job in einer anderen Stadt und der ersten eigenen Wohnung.

Meine ersten Schübe der MS waren krass. Zuerst ein Ausfall der gesamten rechten Körperhälfte und wenig später erblindete ich auf einem Auge, durch eine Sehnerventzündung. Zum Glück sind alle Symptome heute wieder vollständig zurückgegangen.

Dennoch hatte ich, besonders in den ersten 2 Jahren nach der Diagnose, schwer mit meiner Psyche zu kämpfen. Jeden Abend fürchtete ich, dass am nächsten Tag DER eine Schub kommt, der mich zum Pflegefall werden lässt. Leider hatte ich damals nicht viel Ahnung von der Krankheit und glaube an viele Klischees.

Heute geht es mir gut. So richtig gut. Ich konnte mich damals aus dieser Abwärtsspirale der Angst befreien, als ich für mich erkannt habe, dass jeder einzelne Tag an dem es mir gut geht, ein Tag ist, den ich noch mehr genießen muss als vorher. Warum Angst vor etwas haben, was noch nicht eingetreten ist? Damit verschwende ich die ganzen tollen Tage, an denen es mir gut geht.

Dadurch habe ich das Leben auf eine ganz andere Weise kennengelernt und ein Auge für die kleinen, wichtigen Dinge bekommen. Über Social Media erreiche ich heute Menschen, die noch ganz am Anfang dieser Reise stehen. Vom Schock, hin zu einem fröhlichen Leben.

Ich möchte dabei helfen eine Abkürzung in diesem Prozess zu finden und als motivierender und emphatischer Ansprechpartner direkt zu Beginn Mut machen. Das Ganze nicht mehr nur allein für MS-Patient*innen, sondern für alle Menschen mit einen Schicksalsschlag!

Interessantes über mich findet ihr hier.

Mit 31 Jahren sollte man wissen warum man anders ist, doch genau an diesem Punkt sitze ich fest. Verdacht auf Asperger Autismus. Kombinierte Persönlichkeitsstörung. Doch was bringt es mir, wenn ich keine genaue Diagnose habe? Eben. Nichts. Meine Kindheit war nicht besonders toll: langweiliger Unterricht, stattdessen lieber gemalt; starkes Mobbing. Aber ich war nicht besser. Von den wenigen Freunden die ich hatte, hatte ich die meisten vergrault, weil ich diese unabsichtlich verletzt hatte oder absichtlich,weil diese mich stark verletzt hatten. Als dann mein Arbeitsleben los ging, merkte ich schnell, dass ich aneckte. Sogar Drohungen von Schläge bekam ich ins Gesicht gesagt. Oftmals wurde ich gekündigt, Vertrag lief aus oder kündigte selber, weil es mir einfach nicht gut ging.
Als ob mein Körper Achterbahn fahren würde und ich manchmal das Gefühl hatte, als ob ich Burnouts hätte. Im November 2011 wollte ich mich einweisen lassen. Die Ärzte nahmen mich nicht ernst und wollten das ich nach Hause gehe, obwohl ich am Tiefpunkt war. Mein Kopf war immer so eine Sache. Ich denke zu viel, schaue zu viele Details und kann mir viel merken, was die Leute so erzählen. Aber das ist nicht das einzige. Meine Sexualität ist komplett in Fragegestellt, da ich diese selbst nicht verstehe. Hatte nie eine richtige Beziehung, kein Sex usw.
Es gab Zeiten da konnte ich mein Kopf nicht leiden. 2008-2009 geritzt. 2016-2017 Drogen genommen. Hatte mich jemand Ernst genommen? Nein. 2019 kam ich dann in eine Psychosomatische Klinik. Der Arzt meinte: es könnte Autismus sein. Im selben Jahr war ich dann in 2 Kliniken, die speziell darauf fokussiert sind. Deren Begründung warum ich kein Autist sein kann ist für mich persönlich ein Witz, denn dort wurde mir gesagt: da ich in die Augen schaue und kein autistisches Hobby besitze, kann ich keiner sein. Die Diagnose wird nach einem Chema von 2001 genommen. Und genau da ist der Punkt.. IT war damals noch nicht so angesagt. Heute jedoch schon. Mein Hobby ist schon speziell und macht nicht jeder: 3D. Ich erstelle 3D am PC für Rennspiele. Als ich dann mir sagte: „okay, dann bist du kein Autist“, kam ich jedoch Monate später in eine Rehaklinik. Und dort erhielt ich den Verdacht auf Asperger durch den Klinikchef nach 6 Wochen. Diese Ironie immer. Und ich hasse Ironie, aber irgendwie passt es doch wieder. Kommt allerdings noch besser. Ich hatte fast ein Jahr später ein Termin wegen einer Diagnose in einer 3. Klinik. Dort wurde mir nach dem 2. Termin gesagt: ich könnte kein Autist sein, weil ich zu sozial bin. Ich stehe also wieder am Anfang und weiß nicht, was ich habe.