Rollstuhl? Ist das etwas für mich?

 

Stehen im Rollstuhl ist eines der spannendsten Themen im gesamten Reha-Bereich. Viele Rollstuhlfahrer wissen nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Andere glauben, dass sie diese Chance nicht nutzen können. Ich möchte Ihnen die Möglichkeiten zeigen, die Rollstühle mit Stehfunktion Ihnen eröffnen können.

 

Grundsätzlich kann jeder Rollstuhlfahrende einen Stehrollstuhl nutzen. Vorher sollte nur mit dem Arzt geklärt werden, ob eine starke Osteoporose vorliegt. Dann geht es nämlich nicht. Auch Menschen mit sehr starken Herz-Kreislauf-Beschwerden können den Stehrollstuhl nur da nutzen, wo die Vital-Funktionen während des Stehens überwacht werden können. Hier ist Vorsicht geboten. Aber selbst Menschen mit doppelter Beinprothese können einen Stehrollstuhl nutzen, wenn er auf ihre besonderen Anforderungen angepasst wurde.

 

Es gibt so viele verschiedene Rollstühle mit Stehfunktion: vom aktiven Rollstuhl, mit dem Sie selbst oder mit Zusatzantrieb unterwegs sein können, über Rollstühle, die neben dem Stehen noch eine Liegeposition und eine Sitzwinkelverstellung anbieten bis hin zum Alles-Könner-Elektrorollstuhl, bei dem Sie die Ihre gewünschte Position einspeichern und auf Knopfdruck abrufen können. Es gibt kleine elektrische Stehrollstühle für die Wohnung und große, falls Sie eine Person mit mehr Gewicht sind. Für jeden der darf und will, sollte also ein passendes Produkt dabei sein.

 

Was nutzt aber ein Stehrollstuhl? Der erste Vorteil liegt in Ihrer Selbständigkeit: Sie können Ihre Position immer dann verändern, wenn sie es möchten, einfach per Knopfdruck. Das hilft, Gesäß und Steiß zu entlasten, erleichtert die Tätigkeiten des täglichen Lebens und unterstützt Momente, in denen Sie einmal Ihren „Fußgänger“-Partner in den Arm nehmen wollen.

 

Aber der Stehrollstuhl hat vor allem auch eine die Gesundheit fördernde Aufgabe. Durch häufiges Aufstehen wird der Kreislauf trainiert. Durch die Streckung der Beine wird Verkürzungen der Sehnen und Muskeln vorgebeugt. Oft können bestehende Verkürzungen durch vorsichtiges Training langsam wieder gedehnt werde. Vielen Nutzenden hilft das Stehen beim tiefen Luftholen.  Wir haben auch Chorsänger/innen und Blasmusiker in unserer Kundschaft. Für viele ist die Unterstützung der Verdauung und des Urinabflusses eine der größten Hilfen des Stehrollstuhls. Manche Nutzende berichten auch, dass nach regelmäßigem Stehtraining ihre Spastiken vor allem in den Beinen weniger geworden sind. In jedem Fall regt das regelmäßige Stehen die Vitalfunktionen an, was zur Erhöhung Ihres Wohlbefindens führt.

 

Wie bekommen Sie nun einen Stehrollstuhl von der Krankenkasse? Es erscheint auf den ersten Blick ganz einfach: Sie brauchen ein ärztliches Rezept, einen Bericht von der Rollstuhlprobe und, das betreuende Sanitätshaus muss einen Kostenvoranschlag einreichen. Das Stehen ist nämlich kein Luxus, sondern ausdrücklich als erstattungsfähig im Gesetz genannt.

 

Leider ist die Praxis nicht ganz so einfach. Unter dem Druck, Kosten sparen zu müssen, lehnen Krankenkassen häufig den Antrag zuerst ab. Die Begründung kann sein, dass Sie bereits mit einem Rollstuhl versorgt wurden, dass der MDK keine Notwendigkeit für ein Stehtraining sehe, oder dass es nicht erkennbar sei, dass Sie den Rollstuhl wirklich zum Stehtraining nutzen werden. Hier gilt: Widerspruchsfrist nicht versäumen, denn häufig ist die Ablehnung nur ein Test, ob Ihnen der Stehrollstuhl wirklich wichtig ist.

 

Auch auf Ihrer Seite kann es Fragen geben. Muss ich meinen vorhandenen Rollstuhl abgeben? Passt der Stehrollstuhl ins Auto? Ist das Gerät vielleicht zu kompliziert für meine Helfenden?

 

Darum ist es wichtig, dass Sie den Stehrollstuhl in der Umgebung ausprobieren, in der Sie ihn nutzen wollen. Nutzen Sie die Möglichkeit, verschiedene Stehrollstühle zu testen, falls der erste gezeigte Rollstuhl nicht ganz so gut zu Ihrem Leben passt. Am Ende einer gelungenen Probe sind Ihre Fragen beantwortet und Sie haben so viele Argumente für Ihre Stehrollstuhlversorgung gesammelt, dass Sie mit einem sicheren Gefühl in den Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid der Krankenkasse gehen können.

 

Ich hoffe, Sie haben jetzt Mut geschöpft und möchten einen Stehrollstuhl kostenlos und unverbindlich probieren. Wir halten eine große Menge von Stehrollstühlen aller Art bereit, um diese mit Ihnen zu testen. Wir helfen Ihnen auch, die mögliche Auseinandersetzung mit der Krankenkasse durchzustehen. Informieren Sie sich über www.vassilli.net. Wir freuen uns auf Ihre Email: info@vassilli-deutschland.de oder Ihren Anruf: 05732 98350 entweder direkt oder durch Ihr Sanitätshaus.